Soleier

Dürfen beim Osterfrühstück nicht fehlen.
Die Kinder behaupten, man könne Soleier zu jeder Tages- und Jahreszeit essen. Die Altvorderen distanzieren sich von einem derartigen Sakrileg mit Grausen.

12 Eier
1 l Wasser
150 ml Weißweinessig
1 große braune Zwiebel
60 g Salz
40 g Zucker
1 TL Kümmel
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Wacholder
3 Körner Piment
1-2 Lorbeerblätter
optional weitere Kräuter
Zutaten:
Pfeffer@
Senf@
Essig@
Olivenöl@
eventuell:
Worcestersauce
Tabasco
Sambal oelek

Eier 10 Minuten hart kochen, abgießen und kalt abspülen. Dann die Eier rundherum anschlagen (nicht pellen!), damit die Schale rissig wird. Anschließend die Eier in ein großes, verschließbares Glas füllen.

Für den Sud kochen wir Wasser mit Weißweinessig, Salz, Zucker, Schale der Zwiebel, Kümmel, Piment, Wacholder, Pfefferkörnern und Lorbeerblättern unter Rühren so lange auf, bis sich das Salz vollständig aufgelöst hat. Optional kann auch noch Estragon und Dill dazu. Etwas erkalten lassen und dann warm über die Eier in das Glas gießen. Sie müssen komplett bedeckt sein. Das wird dann gut verschlossen für mindestens drei Tage in den Kühlschrank gestellt. Aber so richtig schmecken sie eigentlich erst nach 10–14 Tagen.

Im Prinzip sind Soleier einige Monate lagerfähig. Allerdings entfaltet sich in den Aufbewahrungsgläsern nach einigen Wochen ein leicht schwefliger Geruch, und die Eidotter verfärben sich bläulich. Das mag für kulinarisch sehr zartbesaitete Gemüter durchaus abschreckend wirken, ist aber kein Zeichen dafür, dass sie verdorben oder ungenießbar sind. Im Gegenteil: Der wahre Connaisseur schätzt den besonderen Geschmack gereifter Soleier.

Zum Essen ohne Sud aus dem Glas heben, pellen und längs durchschneiden. Aus den Eihälften die Eigelbe vorsichtig herausheben. In die Mulden dann – je nach Geschmack – Zutaten geben. Ketchup und Mayonnaise sind von der Geschmackspolizei allerdings VERBOTEN! Jetzt setzt man die Eigelbe mit der Wölbung nach oben (damit es nicht matscht) wie einen Deckel auf die gefüllte Mulde. Die Hälften werden in einem Bissen mit lustvollem Verdrehen der Augen verschlungen.

Man rechnet pro Person und pro Mahlzeit ½ bis 6 Eier.